Widerrufsjoker

Die Widerrufsfrist beginnt erst zu laufen, wenn die Bank alle für den jeweiligen Darlehens­vertrag notwendigen Informationen in den Vertrag aufgenommen hat. Zahlreiche Verträge sind auch heute noch rück­abwickelbar, da in der Vergangenheit oft nicht alle notwendigen Informationen in den Vertrag aufgenommen wurden.

Gemäß § 492 Abs. 2 BGB muss der Darlehens­vertrag die für den Verbraucher­darlehens­vertrag vorgeschriebenen Angaben nach Art. 247 §§ 6 bis 13 des Einführungs­gesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) enthalten.

Hierzu gehören unter anderem

Name und Anschrift des Darlehens­nehmers, Art des Darlehens, Effektiver Jahreszins, Sollzinssatz, Nettodarlehensvertrag, Vertragslaufzeit, Betrag, Fälligkeit und Zahl der einzelnen Teilzahlungen, alle sonstigen Kosten und das Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufsrechts.

Widerruf ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung

Oft enthalten Darlehens­verträge bundes­deutscher Sparkassen, Volks- und Raiffeisen­banken sowie Privat­banken diese Angaben nur unvollständig. Folge dessen ist, dass der Vertrag seitens des Darlehens­nehmers auch heute noch erfolgreich widerrufen werden kann. Dies ohne Zahlung einer Vor­fälligkeits­entschädigung.