Der Zugausfall und Verspätung im Überblick – Wie setze ich meinen Ansprüche notfalls auch zivilrechtlich durch ?

Zugverspätungen haben ganz unterschiedliche Ursachen z.B. Signalstörungen, Baustellen, Stürme. Wenn der Zug sich verspätet können Kunden Entschädigung oder Erstattung fordern. Kommen sie wegen einer Verspätung erst eine Stunde später am Zielort an, gibt es in Deutschland ein Viertel vom Ticketpreis zurück.

Ihr persönlicher Antrag auf Entschädigung – So sieht er aus!

Kunden müssen die Entschädigung beim bahneigenen Servicecenter für Fahrgastrechte beantragen. Online, im Zug oder am Bahnhof können Sie ein Formular für den Antrag bekommen. Ausgefüllt und mit der Fahrkarte oder zum Beispiel ihrer Bahncard-Nummer geben sie den Antrag in einem Reisezentrum ab.

Aber beachten Sie! Digitale Versendung nicht möglich

Digital können Sie den Antrag nicht senden. Technisch sei das zu komplex und herausfordernd. Für Vielfahrer lohnt es sich das Formular online auszufüllen und im Computer zu speichern. Dann müssen nicht jedes Mal wieder Daten eingetragen werden. Jedoch bleiben das Ausdrucken und Verschicken oder am Bahnhof vorbeibringen unvermeidlich.

Online-Anbieter als Mittel zum Zweck?

Anbieter im Internet ermöglichen es auf diesen analogen Weg zu verzichten. Bei Zug-Erstattung.de lädt man sein Ticket hoch, das System liest die Daten aus und bereitet auf deren Basis den Antrag vor. Der Anbieter übernimmt das Verschicken. Ab dem zweiten Antrag kostet das 0,99 Euro Gebühr. Ein ähnlicher Anbieter ist Refundrebel.com, der bis Ende Januar 2019 noch gebührenfrei ist.

Bahn-Buddy.de prüft anhand des hochgeladenen Tickets die Ansprüche des Kunden und macht ein Angebot für eine Sofort-Auszahlung der Entschädigung. Die Gebühr, die anfällt orientiert sich an den Erfolgsaussichten des Antrags. Im Schnitt werden 12 Prozent von der Entschädigungssumme abgezogen. Maximal seien es 20 Prozent.

Bedeutet: Steht einem theoretisch eine Summe von 50 Euro zu, erhält der Bahnkunde bei zwölf Prozent Gebühr noch 44 Euro. Das Geld fließe in kurzer Zeit, lautet das Versprechen. Und es steht einem unabhängig davon zu, ob Bahn-Buddy.de die Summe letztlich auch erfolgreich für sich von der Deutschen Bahn eintreibt.

Den Antrag muss die Bahn innerhalb eines Monats bearbeiten. Die durchschnittliche Bearbeitung betrug Anfang November rund zehn Tage.

Härtefälle im Überblick

Selten müssen Verbraucher die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr rufen. Sie schlichte in 60 bis 70 Prozent der Fälle im Kundensinne.

Bahn kann sich nicht auf höhere Gewalt berufen 

Für Ansprüche ist der Grund für die Verspätung nicht von Bedeutung. Die Bahn kann sich im Gegensatz zu Airlines nicht auf höhere Gewalt berufen. Ob Lokführerstreik, Sturmschäden, geflutete Strecken -verspätet sich ein Zug, hat man Anspruch auf Entschädigung oder Kostenerstattung.

Ob eine Verspätung vorlag lasse sich bei der Antragsprüfung im System nachvollziehen.

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