Wann hat man einen Anspruch auf Entschädigung?

Die EU-Fluggastrechteverordnung schreibt vor, dass dem Fluggast bei kurzfristigen Ausfällen oder Verspätungen von mehr als drei Stunden eine Entschädigungszahlung zusteht. Die Höhe des Betrages variiert und ist von der Flugdistanz abhängig. So bekommt man bei einer Strecke von bis zu 1500 km 250€, bei 1500 km bis 3500 km beläuft sich der Betrag auf 400€ und bei mehr als 3500 km erhält der Fluggast 600€.

Allerdings entfällt der Entschädigungsanspruch, wenn die Gründe für Ausfälle und Verspätungen außerhalb des Einflussbereiches der Fluggesellschaften liegt. Ein solcher Grund kann z.B. die Flughafensperrung sein oder wenn die Fluggesellschaft schon 14 Tage vorher Ausfälle und Verspätungen ankündigt.

Der einfachste Weg: direkt bei der Airline anfragen

Der offensichtlich entspannteste und leichteste Weg ist natürlich, die Airline direkt bezüglich der Entschädigung zu kontaktieren. Allerdings ist nicht jede Fluggesellschaft bereit, entsprechende Entschädigungen zu zahlen. So nutzen auch viele Airlines die Unwissenheit ihrer Fluggäste aus und verschaffen sich somit einen Vorteil. Daher ist es bei vielen Airlines ratsam, sich einem Fluggasthelfer-Portal anzunehmen.

Was machen die Portale?

Die Fluggasthelfer-Portale arbeiten mit zwei Modellen, die „Inkasso-Variante“ und die „Sofortentschädiger“. Bei der ersteren übernimmt das Portal für den Kunden den Rechtsweg und im Falle eines Erfolges erhalten sie dafür eine Provision. In Variante zwei kaufen die Portale dem Fluggast den Anspruch ab und setzen diesen anschließend selbst durch. Diese Option ist meistens mit einer höheren Provision verbunden.

Was kosten solche Portale?

Die Anteile sind bei jedem Portal unterschiedlich. So behält z.B. das Portal Flightright 20 bis 30 Prozent von der Entschädigungssumme für sich ein. Während hingegen das Portal EUflight stolze 42 Prozent behält, dafür aber auch innerhalb von 24 Stunden das Geld für einen zurückholt.

Der beste Weg für den Fluggast

Ein Ausfall oder Verspätung des Fluges ist immer mit viel Frust verbunden. Vor lauter Ärger sollten Sie aber auf keinen Fall Ihren Anspruch auf Entschädigung vergessen. Als allererstes sollten Sie bei der entsprechenden Airline versuchen, ob diese bereit ist, Ihnen Ihre Entschädigung zu zahlen. Falls Sie hiermit erfolglos sind, können Sie sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) in Berlin wenden. Diese beteiligen sich an außergerichtlichen und einvernehmlichen Streitigkeiten zwischen Reisenden und Verkehrsunternehmen. Dies ist eine kostenlose Option, das Ergebnis allerdings nicht bindend. Haben Sie also auch hiermit keinen Erfolg, so bleibt zu guter Letzt ein Fluggastrechthelfer-Portal.

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