Die Situation stellt sich wie folgt dar:

Der Vermieter kündigt dem Mieter fristlos.

Fristlos gekündigt zu werden, bedeutet für den Mieter, dass er von heute auf morgen sein Heim verliert. Oft hat der Mieter durch sein Verhalten, oder andere Gründe Anlass zur Kündigung gegeben (§ 543 BGB, z.B. Rückstand mit Mietzahlungen, Verkommenlassen der Wohnung, unzulässige Untervermietung) und ist aus diesen Gründen für den Vermieter nicht mehr tragbar.

Beachten Sie! – Räumungsfrist von 1 bis 2 Wochen

Beachten Sie als Vermieter eine angemessene Räumungsfrist.

  • eine angemessene Räumungsfrist von i.d.R. ein bis zwei Wochen nach Zugang des Kündigungsschreibens,
  • es tritt erst nach Ablauf dieser Frist Verzug ein (LG Baden-Baden, Beschluss v. 22.5.1995, 1 T 32/95).

Bitte nicht! Übereilte Räumungsklage bringt Kostennachteile für den Vermieter

Für die Erhebung einer Räumungsklage des Vermieters muss subjektiv Veranlassung bestehen (§ 93 ZPO). Grundsätzlich muss der Mieter dafür im Zeitpunkt der Klageerhebung

  • in Verzug mit der Räumung sein,
  • den Anspruch bestritten
  • oder die Leistung verweigert haben (KG Berlin, Beschluss v. 12.12.2007, 12W 87/07).

Bestand keine Veranlassung für die Räumungsklage, muss der Vermieter – selbst wenn seine fristlose Kündigung das Mietverhältnis berechtigterweise beendet hat – die Kosten des Rechtsstreits tragen. Ungeduld ist dabei der wohl der häufigste Faktor, der zu dieser aus Vermietersicht ungerechten Kostenverteilung führt.

Verlängerte Räumungsfrist wegen Krankheit und anderer besonderer Umstände

Ihr Mieter ist krank? Nach einer fristlosen Kündigung wegen Zahlungsverzugs kann eine mehrmonatige Räumungsfrist gewährt werden, wenn ein Mieter so krank ist, dass er sich nicht so schnell um angemessenen Ersatzwohnraum kümmern kann und seit der Kündigung die Mieten pünktlich und vollständig vom Job-Center gezahlt werden (LG Berlin, Urteil v. 25.7.2017, 63 S 7/17).

Das Begleichen alter und Nichtauflaufen neuer Mietrückstände kann neben einer angespannten Wohnungsmarktlage und der Tatsache, dass im Haushalt der Mieter mehrere schulpflichtige Kinder wohnen, zu einer gerichtlich verlängerten Räumungspflicht führen (LG Berlin, Urteil v. 6.10.2015, 63 S 51/15).

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