Landgericht BerlinUrteil vom 19.03.2007
– 67 S 345/06 –

Absenken von Dielenbrettern bei Belastung begründet Anspruch auf Erneuerung des Dielenfußbodens in Altbauwohnung

Mieter darf einwandfreien Verbund der einzelnen Dielenbretter erwarten

1. Zum Anspruch des Mieters auf Ersatz des Dielenfußbodens

Das Landgericht Berlin bestätigte die Entscheidung des Amtsgerichts und wies daher die Berufung der Vermieterin zurück. Den Mietern stehe ein Anspruch auf Erneuerung des Dielenfußbodens gemäß § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB zu.

2. Spalten zwischen Dielenbrettern grundsätzlich kein Mangel

Zwar könne ein Mieter nach Ansicht des Landgerichts nicht erwarten, dass ein Dielenfußboden in einem Altbaudieselbe Qualität habe wie in einem Neubau. Es sei ein allgemein zu beobachtendes Phänomen, dass Dielenbretter sich durch eine Austrocknung des Holzes zusammenziehen und dadurch zwischen den einzelnen Brettern Spalten entstehen können. Diese Spalten stellen grundsätzlich in einem Altbau keinen Mangel dar.

3. Der Mieter darf einwandfreien Verlag der einzelnen Dielenbretter erwarten

Wenn die Fugen so breit werden, dass ein einwandfreier Verbund der Dielen über Nut und Feder nicht mehr gewährleistet sei, so läge nach dem Urteil des Landgerichts ein Mietmangel vor.

Dies äußere sich explizit darin, dass einzelne Dielenbretter sich bei einer isolierten Belastung absenken, weil sie ihre Last nicht mehr an die benachbarten Bretter weitergeben können.

Auch bei einem alten Dielenboden dürfe der Mieter erwarten, dass ein einwandfreier Verbund der einzelnen Dielenbretter gegeben sei. Denn nur dann sei eine funktionsgerechte Nutzung des Dielenbodens zum Betreten und zum Aufstellen von Möbeln mit Punktbelastung möglich.