Liegt ein Mangel im Mietobjekt vor aufgrund dessen sich der Mieter verletzt, so muss meistens der Vermieter dafür haften. Zu beachten ist allerdings, dass der Mangel direkt zur Verletzung geführt hat und nicht mittelbar, z.B. dadurch, dass sich die Mieterin aufgrund eines herunterfallenden Rollladens erschreckt und verletzt.

Im konkreten Sachverhalt ging es um einen defekten Rollladen, über den die Mieterin ihren Vermieter informierte. Dieser allerdings unternahm dagegen nichts. Nach zwei Wochen befand sich die Mieterin gerade auf der Treppe zur Gartenterrasse, als der Rollladen plötzlich von allein herunterfiel. Aufgrund des dadurch entstandenen lauten Lärms erschrak die Mieterin so stark, dass sie ausrutsche und dabei durch das Abfangen auf ihrer Hand einen Teilbänderriss und einen Knorpelschaden erlitt. Daraufhin verklagte sie ihren Vermieter auf 10.000€ Schmerzensgeld und 52.000€ für den angefallenen Haushaltsführungsschaden, da sie aufgrund der Verletzung nicht mehr in der Lage war, ihren Haushalt selbstständig zu führen.

Das Amtsgericht Schwabach wies die Klage jedoch ab. Für das Gericht war es zweifelhaft, ob der Vermieter seine Verkehrssicherungspflicht deshalb verletzt habe, weil er den Rollladen nicht direkt, sondern erst später reparieren ließ. Zweifellos lässt sich jedoch die Verletzung der Mieterin nicht durch eine Pflichtverletzung des Vermieters begründen, hier sei vielmehr das allgemeine Lebensrisiko realisiert worden. Denn laute Geräusche gehören zum alltäglichen Leben, weshalb ein Erschrecken über diese im Risikobereich der Mieterin läge. Die Mieterin war mit diesem Urteil nicht einverstanden und ging daraufhin in Berufung.

Doch auch die Berufung vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth blieb erfolglos. Das Gericht sehe zwar eine Pflicht zur Mängelbeseitigung seitens des Vermieters und diese umfasse auch den Schutz von Leib und Leben. Jedoch sei vorliegend der Mangel nur indirekt für die Verletzungen der Mieterin verantwortlich. Ein Anspruch der Mieterin auf Entschädigung sei aber nur durch eine direkte Verantwortlichkeit begründet. So etwa wäre es laut Gericht dann gewesen, wenn der Rollladen die Mieterin direkt getroffen und dadurch verletzt hätte, was vorliegend nicht einschlägig gewesen sei.

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