Darf ein Mieter selbst einen Handwerker mit der Reparatur beauftragen? 

Welche bestimmten Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Ein Mieter darf bei Vorliegen eines Mietmangels im Sinne von § 536 Abs. 1 BGB nur unter bestimmten Voraussetzungen selbst einen Handwerker mit der Mangelbeseitigung beauftragen und dessen Kosten vom Vermieter ersetzt verlangen.

Geregelt ist dieses Selbstvornahme- bzw. Selbstbeseitigungsrecht in § 536a Abs. 2 BGB.

Danach kommen folgende zwei Fälle in Betracht:

1. Vermieter ist mit Beseitigung des Mangels in Verzug

2. Der Verzug des Vermieters setzt grundsätzlich eine Mängelanzeige und eine Mahnung voraus. Der Mieter sollte daher vor
Beauftragung eines Handwerkers den Vermieter schriftlich und mit Fristsetzung zur Mangelbeseitigung auffordern.

3. umgehende Beseitigung des Mangels zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig

In dieser Alternative geht es um Notmaßnahmen, die keinen Aufschub dulden und somit keine Zeit bleibt, den Vermieter vom Mangel in Kenntnis zu setzen. Auch eine Mahnung kann in diesem Fall nicht gefordert werden.
Dazu kann etwa der Ausfall der Heizung im Winter (vgl. Amtsgericht Münster, Urteil vom 30.09.2009, Az. 4 C 2725/09), ein Rohrbruch oder eine Ungezieferbekämpfung zählen.

Kann ein Mieter zur Mangelbeseitigung einen Vorschuss verlangen?

Ist der Vermieter mit der Beseitigung eines Mangels gemäß § 536a Abs. 2 Nr. 1 BGB in Verzug, so kann der Mieter vor Beauftragung eines Handwerkers regelmäßig zunächst einen Vorschuss verlangen (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.04.2010, Az. VIII ZR 131/09).