Fristlose Kündigung des Wohnverhältnisses wegen vermüllter Mietsache gerechtfertigt

Wenn der Mieter die Wohnung über einen langen Zeitraum zu einem unbewohnbaren Ort macht, indem er die Wohnung vollkommen vernachlässigt, Müll sich auf dem Fußboden häuft, Schimmel sich bildet und es für Spinnen zu einer reinen Wohlfühloase wird, dann haben Sie als Vermieter das Recht zur fristlosen Kündigung. So entschied das Amtsgericht München am 18.07.2018.

Zum Sachverhalt:

Im konkreten Sachverhalt hatte die Mieterin, die seit Ende 1996 für 841 Euro Kaltmiete in der Wohnung der Klägerin wohnte, die Wohnung vollkommen verwahrlosen lassen. Durch Beschwerden von Nachbarn, die einen üblen Geruch aus der Wohnung wahrnahmen, wurde eine Wohnungsbesichtigung veranlasst.

Hierbei stellte sich heraus, dass die Wohnung quasi nicht mehr bewohnbar sei. Der Flur war knöcheltief mit Müll und Schmutz bedeckt. Insekten hatten sich großzügig eingenistet, das Schlafzimmer war sogar nicht mehr betretbar. In der Küche häufte sich das schmutzige Geschirr, wodurch es zu Feuchtigkeits- und Schimmelbildung kam, die sogar das Spülbecken teilweise einbrechen ließ.

Auch die darunterliegende Wohnung wurde durch die Feuchtigkeitsbildung angegriffen, denn dort waren Wasserabbildungen an der Decke erkennbar. Auf dem Balkon machten sich reichlich Tauben über den dort liegenden Müll her.

Aufgrund dieser Umstände kündigte die Vermieterin am nächsten Tag fristlos, hilfsweise ordentlich. In ihrer Begründung führte sie auf, dass es ihr nicht mehr zumutbar sei, an dem Mietverhältnis festzuhalten. Darüber hinaus seien die Schäden der Wohnung von solchem Ausmaß, dass der Hausfrieden in großem Maße verletzt sei.

Urteil:

Das Gericht gab der Vermieterin Recht und befürwortete die fristlose Kündigung.

Grund dafür sei, dass solch eine Verwahrlosung der Wohnung über einen längeren Zeitraum hinweg entstanden sein muss, was wiederum bedeutet, dass die Mieterin über lange Zeit ihrer Vertragspflicht, nämlich die Wohnung zu pflegen, nicht nachgekommen ist.

Des Weiteren sah die Mieterin ihre Schuld nicht ein, die Gefahr für eine Verschlimmerung der Wohnung war dementsprechend groß. Außerdem fehle es an der Einsichtigkeit der Mieterin, denn sie verweigerte einem Sachverständigem, welcher zur Klärung der Wasserschäden beauftragt worden ist, den Zugang zur Wohnung.

Auch die Ausführung der Vermieterin, dass der Hausfrieden in besonderem Maße verletzt sei, bestätigt das Gericht, denn andere Mieter seien nun dazu berechtigt, aufgrund des großen Gestanks, ihre Mieter zu mindern.

Eine Frist zur Räumung der Wohnung wurde der Mieterin nicht gestattet, da seit der Kündigung schon genug Zeit vergangen sei. Hinzu käme auch, dass die Mieterin ein Ferienhaus besitze, welches als Ersatzwohnraum genutzt werden könne.

Da die Beklagte jedoch Berufung für dieses Urteil einlegte, hat dies folglich keine rechtskräftige Wirkung entfaltet.

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