Erbschaftsannahme oder Erbschaftsausschlagung?

Teil 1 – Allgemeines zum Thema!

Sie als Mandant können sich für die Ausschlagung oder die Annahme der Erbschaft entscheiden. Dabei handelt es sich letztlich um  ihre eigene wirtschaftliche Entscheidung,  Wir müssen den Mandanten jedoch über seine Möglichkeiten aufklären, damit er eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen kann.

Zunächst ist daher zu prüfen, ob der Mandant die Erbschaft noch ausschlagen kann.

Wichtig ist zunächst die Beachtung der Erbausschlagungsfrist nach § 1944 BGB. Sie beträgt sechs Wochen und beginnt mit der Kenntnis vom Anfall der Erbschaft und dem Grund der Berufung.

  • Bei gesetzlicher Erbfolge sollten Sie sicherheitshalber die Kenntnis vom Tod als Fristbeginn ansehen,
  • Wenn der Erbe davon ausgeht, dass es ein Testament gibt, kann auch der Zeitpunkt maßgeblich sein, zu dem er erfährt, dass es das Testament nicht gibt. Diese Variante ist aber streitanfällig und sollte nur genutzt werden, wenn die andere Frist schon verstrichen ist,
  • Bei testamentarischer Erbfolge beginnt die Frist nicht vor Bekanntgabe der Verfügung von Todes wegen (§ 1944 Abs. 2 Satz 2 BGB).

Nach § 1944 Abs. 3 zweite Alternative BGB beträgt die Erbausschlagungsfrist sechs Monate, wenn sich der Erbe beim Fristbeginn im Ausland aufhält.

Bei Verfügungen von Todes wegen, werden diese in den meisten Fällen ohne Termin eröffnet und dann postalisch an die Beteiligten geschickt. Der Fristbeginn ist der Tag, an dem der Brief des Nachlassgerichts als zugestellt gilt.

Wichtig zu beachten!

Falls die Erbausschlagung vom Familiengericht genehmigt werden muss (§ 1643 Abs. 2 BGB), wird die Erbausschlagungsfrist während des Genehmigungsverfahrens gehemmt. Der Beschluss, der die Erbausschlagung genehmigt, muss dann aber innerhalb der verbleibenden Frist zum Nachlassgericht gelangen.

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