Arbeitszeugnis – Was ist zu beachten beim Arbeitszeugnis?

Ist ein Arbeitsverhältnis beendet, dann sollten Sie viel Wert darauf legen, dass Sie ein entsprechendes Arbeitszeugnis erhalten. Denn dies ist von großer Bedeutung für Ihre weitere Karrierelaufbahn.

  1. Eigene Vorschläge

In der Regel wartet man als Arbeitnehmer erst einmal ab bis man sein Zeugnis erhält um dann doch Einwendungen zu erheben, für die es vielleicht schon zu spät ist. Um dies zu vermeiden, sollten Sie Gespräche mit Ihrem Arbeitgeber dafür nutzen, um über Ihr Arbeitszeugnis zu sprechen und eigene Vorschläge vorzutragen. Denn so haben Sie die Möglichkeit, Meinungsverschiedenheiten beiseite zu räumen.

  1. Korrekte Formalien

Zwar sind heute technische Übermittlungen alltäglich geworden, dennoch sollten Sie großen Wert darauf legen, dass Ihr Arbeitszeugnis auf einem offiziellen Firmenbriefbogen ausgefertigt wird und nicht auf Kopierpapier. Außerdem sollte das Ausstellungsdatum nicht über dem Ende Ihres Arbeitsverhältnisses liegen, da dies darauf zurückzuführen sein könnte, dass es äußert umfangreiche Diskussionen über den Inhalt des Zeugnisses gegeben hat. Überprüfen Sie das Zeugnis umgehend auf Tipp- und Grammatikfehler. Falls Sie Fehler feststellen, so bitten Sie Ihren Arbeitgeber dringend noch einmal um eine fehlerfreie Ausfertigung. Auch wichtig ist, dass aus Ihrem Zeugnis hervorgeht, in welchem Zeitraum Sie tätig waren. Warum das Verhältnis beendet wurde, sollte jedoch nur dann im Zeugnis drinstehen, wenn Sie es so fordern. Letztendlich muss das Zeugnis vom Arbeitgeber oder vom Dienstvorgesetzten persönlich unterschrieben worden sein.

  1. Beschreibung Ihrer Aufgaben und Ihres Werdegangs

Viele meinen, die Zeugnisnote sei das entscheidende. Doch dies ist ein Irrtum. Denn viel wichtiger ist die Beschreibung Ihres Tätigkeitsfeldes, da sich ein potenziell neuer Arbeitgeber nur so ein individuelles Bild über Sie verschaffen kann. Haben Sie z.B. als Vorgesetzter besondere Verantwortung übernehmen oder haben Sie Führungsaufgaben übernommen, so sollte dies unbedingt in Ihrem Zeugnis stehen.

  1. Arbeitsbefähigung und Arbeitsbereitschaft

Achten Sie darauf, dass in Ihrem Zeugnis Ihre Arbeitsbefähigung und Arbeitsbereitschaft genau beschrieben sind. Also das Können und Wollen ihrer Leistungen. Denn auch dies offenbart wieder Rückschlüsse auf Sie als Individuum für einen möglichen neuen Arbeitgeber. Gleiches gilt auch für Ihre Arbeitsweise und Arbeitsergebnisse. Haben Sie z.B. besonders gut im Team gearbeitet und dies auch sorgfältig und zielorientiert, so sollte dies nicht zu kurz in Ihrem Zeugnis kommen. Auch die Qualität und Verwertbarkeit Ihrer Arbeit sollte genau beschrieben worden sein.

  1. Besondere Erfolge und Führungsleistungen

Haben Sie herausragenden Erfolge erzielt, wie z.B. die Bewältigung eines Großprojekts oder eines extremen Personalengpass, so sollten Sie darauf bestehen, dass auch dies in Ihrem Zeugnis erwähnt wird. Denn dadurch macht Ihr Arbeitgeber seine Dankbarkeit über Ihre geleistete Arbeit kenntlich.

  1. Leistungsbewertung

Sind die bereits erwähnten Punkte allesamt in Ihrem Zeugnis erwähnt so klingt das schon mal sehr gut. Allerdings darf am Ende des Zeugnisses nicht die zusammenfassende Leistungsbewertung fehlen. Haben Sie am Ende die Note ausreichend oder mangelhaft erhalten, dann müssen Sie das nicht einfach so hinnehmen. Sie haben die Möglichkeit einer Zeugnisberichtigungsklage vor Gericht, bei dem Ihr Arbeitgeber beweisen muss, dass Ihre Arbeit geringer als durchschnittlicher Leistung entspricht. Dies ist in der Praxis jedoch nur sehr selten der Fall, meistens endet die Notenvergabe bei befriedigend.

  1. Sozialverhalten

Außerdem sollten Sie berücksichtigen, dass auch ihr soziales Engagement ausreichend kenntlich gemacht wird. Allgemein sollte das Zeugnis bestätigen, dass Sie sich gegenüber Ihren Vorgesetzten und Kollegen einwandfrei und respektvoll verhalten haben und dass Sie auch gegenüber Kunden stets höflich gewesen sind.

  1. Bedauerns-, Dankes- und Wunschformel

Zwar erhalten Sie eine offizielle Leistungsbewertung, es gibt allerdings inzwischen auch eine inoffizielle Beurteilung, nämlich die abschließende Bedauerns-, Dankes- und Wunschformel. Allerdings haben Sie als Arbeitnehmer keinen gesetzlichen Anspruch auf solch eine Abschlussformulierung.

  1. Fristen

Welche Fristen sind einzuhalten, wenn Sie entweder kein Zeugnis erhalten haben oder Sie nicht mit der Bewertung einverstanden sind?

Gelten für Ihr Arbeitsverhältnis tarifvertragliche oder arbeitsvertragliche Ausschlussfristen, dann müssen Sie Ihren Anspruch je nach Inhalt der Ausschlussfrist innerhalb von zwei, drei oder sechs Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich geltend machen. Sind Sie mit der Beurteilung unzufrieden, dann läuft die Frist ab Zugang des Zeugnisses.

Allgemein sollten Sie sich nicht zu viel Zeit mit der Durchsetzung Ihres Zeugniserteilungs- oder Zeugnisberichtigungsanspruchs lassen. Denn Arbeitsgerichte halten einem klagenden Arbeitnehmer häufig und gerne vor, dass der Anspruch „verwirkt“ sei, wenn sich ein Arbeitnehmer zu viel Zeit lässt. Zwar gibt es keine klare zeitliche Grenze, wann der Zeugnisanspruch verwirkt, aber ab sechs, acht oder spätestens ab zwölf Monate ab Ihrem Ausscheiden oder ab Zugang eines Zeugnisses, ist Ihr Anspruch gerichtlich kaum noch durchsetzbar.

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