Amtsgericht Berlin-Wedding, Urteil vom 20.11.2017 – 18 C 164/17

Eine Fluggesellschaft kann sich nicht einfach auf Art. 5 Abs. 3 der Fluggastrechteverordnung beziehen, ohne bestimmte Angaben vorzutragen. So entschied das Amtsgericht Berlin-Wedding.

Im konkreten Fall ging es um einen Fluggast, der sein Reiseziel Berlin-Tegel erst mit einer Verspätung von 24 Stunden erreichte. Der Fluggast wollte von Brest über Paris nach Berlin-Tegel fliegen. Doch bereits sein erster Flug hatte so hohe Verspätung, dass der Fluggast seinen Anschlussflug in Paris verpasste und erst am nächsten Morgen weiterfliegen konnte. Demnach beantragte er bei der Fluggesellschaft eine Entschädigung für die somit entstandene Verspätung von 24 Stunden. Hierauf gab die Fluggesellschaft jedoch zurück, sie beziehe sich auf einen außergewöhnlichen Umstand. Denn aufgrund von dichtem Nebel, konnten am besagten Tag 136 Flüge erst verspätet starten. Daraufhin erhob der Fluggast Klage.

Das Gericht entschied zum Vorteil für den Kläger. Dieser habe einen Anspruch auf Entschädigung aus Art. 7 Abs. 1 VO. Eine Verspätung von 24 Stunden sei als Flugannullierung zu betrachten und darüber hinaus könne nicht davon ausgegangen werden, dass ein außergewöhnlicher Umstand Grund für die Annullierung gewesen sei.

Die Fluggesellschaft habe viel zu allgemein auf einen außergewöhnlichen Umstand abgestellt. So habe sie weder gesagt, aus welchen Gründen das von ihr verwendete Flugzeug nicht rechtzeitig starten konnte und auch nicht, zu welchen Tageszeiten und aus welchen Gründen es zu den besagten 136 Verspätungen gekommen sei.

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