Unser digitaler Nachlass wird ein immer wichtigerer Baustein im Erbrecht. Teilweise tangiert diese Problematik auch die Bereiche des Medienrechts. Denn wer heute stirbt, hinterlässt eine Vielzahl von Daten.

Wem die Daten im Falle eines Facebook-Accounts zustehen, darüber hatte heute der BGH zu entscheiden.

Konten von sozialen Medien seien nicht automatisch Teil des Erbes, argumentiert das soziale Netzwerk Facebook. Jetzt hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass auch die Eltern als Erben ein Anrecht auf den Zugang zum Facebook-Konto verstorbener Kinder haben (Az. III ZR 183/17).

Digitaler Nachlass im Gerichtsurteil des BGH

Das Urteil war von Internetrechtsexperten sehnsüchtig erwartet worden – schließlich kann es in vielen Fällen als Grundsatzurteil dafür dienen, wie mit dem digitalen Nachlass zu verfahren ist.

Zu beachten ist, dass Facebook bereits heute eine Funktion anbietet, mit der Nutzer zu Lebzeiten darüber entscheiden können, was mit ihrem Konto passiert und wer darauf nach ihrem Ableben Zugriff bekommen soll.

Möglich ist beispielsweise, das Konto nach dem eigenen Ableben löschen zu lassen. Hat man das nicht vorgesehen, wird das öffentlich sichtbare Profil im „Gedenkzustand“ eingefroren und bekommt den Zusatz „In Erinnerung an“.

Facebook – Rechtsunsicherheit bei Datenbeständen umgehen!

Während es bei vorhandenem Nachlass vollkommen üblich ist, dass dieser den Erben zugänglich ist, gestaltet sich der Fall bei einem passwortgeschützten PC schon schwieriger.

Bei Cloud Services, Social-Media-Accounts und anderen Diensten bestünde zumindest theoretisch die Möglichkeit, dank Vorlage einer Sterbeurkunde oder der Erbschaftsunterlagen Zugriff zu erhalten.

Was mit Daten passiert, steht derzeit nur zweifelsfrei fest, wenn der Verstorbene dazu etwas verfügt hat.

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